Montag, 16. April 2012

christos anesti - alithos anesti!



ich fragte den papeteristen bei dem ich mein papier einkaufe über die gottesdienste am karfreitag. er reagierte etwas unsicher und verlegen, da er seit 50 jahren an diesem tag nicht mehr in der kirche war... aber über das lamm und den wein am ostersonntag schwärmte er strahlend. der ausflug zum nahen kloster war betreffend gottesdienstzeiten ergiebiger. meine kontemplation und mein erster karwochenkirchengang begann mit dem urteilsspruch des pilatus am donnerstag abend.




jesus am kreuz



tja, ein grosses thema, die griechischen ostern. und was tut man wenn eine geschichte zu gross, zu ergreifend ist sie zu beschreiben? man macht eine bildergeschichte. denn eigentlich muss man ostern in griechenland persönlich erlebt haben, inklusive karwoche.

man muss gespürt haben wie sich die haare auf den armen und beinen aufstellen, wenn christus ans kreuz genagelt und zu grabe getragen wird, begleitet von geworfenen blütenblättern und gesängen. man muss die stille des karfreitags geatmet haben wie die duftenden essenzen im gottesdienst und die zahlreichen parfums der gläubigen. man muss körper an körper in einer übervollen kirche mit kerzen- und menschenwärme über stunden gestanden und geschwitzt haben. man muss den klängen der totenglocke gelauscht haben, diese klare, bescheidene, etwas einsame, aber feierliche und mich tief bewegende klangabfolge - so geht man die reise ins jenseits nicht ganz alleine... man geht mit dem klang und der stille dazwischen. wunderbar.



jesus wird vom kreuz genommen



und ins grabtuch gewickelt






die geschmückte bahre auf der das grabtuch - epitaphios - zu liegen kommt



das grabtuch wird in einem ritual auf die bahre gelegt




fahnen und banner sind parat für die prozession



die popen auch



nur die blütenblätter auf dem grabtuch wollen noch gerichtet werden



warten in den gassen auf die prozession



prozession von der kirche paraskevi durchs dorf



zum hafen



wo auf den epitaphios der kirche taxiarchis gewartet wird






gang durchs dorf zurück in die kirche



für den ostergottesdienst samstagnacht fuhr ich mit dem fahrrad ins etwa 4 km nahe kloster. die feier begann um 23 uhr und endete irgendwann nach 2 uhr sonntagmorgen. man muss es erlebt haben, ja. wie in der dunklen kirche die kerzen von einem zum anderen entzündet werden. wie die gemeinde unter freiem himmel stehend, im kerzenlichtermeer den jesus in den himmel aufsteigen lässt, in begleitung von wildem glockengeläut und knallen von feuerwerkskörpern. man muss das "christos anesti" zumindest gehört, noch besser mitgesungen haben. es war ergreifend. ich liess mir sagen, dass viele unmittelbar nach der auferstehung, das ist nach mitternacht, das weite suchen - denn wer will schon nach einer woche täglicher gottesdienste (manchmal zwei) noch bis 2 uhr oder länger in der kirche stehen, wenn zu hause leckereien und ein fest zu feiern warten... ER IST ja jetzt auferstanden! christos anesti - alithos anesti! - christos ist auferstanden - wahrlich, er ist auferstanden! tatsächlich hatte der pope die anwesenden freundlichst eingeladen bis zum ende der liturgie zu bleiben, wegen dem inneren frieden - genutzt hat es freilich wenig... ich hatte kein lamm für den spiess, weder verabredungen noch einladungen, also blieb ich. kurz vor 2 uhr fiel ich vor müdigkeit fast vom stuhl, entschied, mir diese peinlichkeit zu ersparen und bei der kommunion, an der ich sowieso nicht teilnehmen konnte - weder habe ich gebeichtet oder gefastet, noch bin ich orthodox - so unauffällig wie möglich durch die hintertür zu verschwinden. die fahrt nach hause war herrlich: ich mit mir, mit sternenhimmel, meer, orangenblütenduft und stille. christos anesti - alithos anesti! ja, was für eine heilige nacht!




die verbrennung des judas



am ostersonntag abend wurde dann im hafen der judas verbrannt. das musste sein, sozusagen als rache dafür, dass er jesus verraten hatte. oh, sie gaben es ihm wirklich. liessen ihn nicht nur brennen sondern mehrfach explodieren. der arme judas. denn, was wäre aus jesus und dem christentum geworden, wäre er nicht verraten und ans kreuz genagelt worden?

frohe ostern und chronia polla!







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Freitag, 30. März 2012

kunst - sachen



themen ausstellung mise à sac vom 19. april - 6. mai 2012 
in der villa dutoit in genf - genève. 
www.villadutoit.ch



ich freue mich, mit meiner arbeit   i love greece   mit dabei zu sein.










ja, und da wir schon bei der kunst sind, warum nicht noch etwas mehr zeigen von dem was ich hier tue. es sind einige serien am entstehen, wovon ich euch gerne einblick gebe:




treetalks





seelenvogel weiss wohin die reise geht und kennt den weg genau





alle arten engel




natürlich entstehen in diesem prächtigen frühling auch blumen-mandalas (fotografie)




flowers



ja, und dann helfe ich tageweise auf deutschem hoheitsgebiet mit, katamarane für die saison flott zu machen. es gibt allerhand zu schleifen, streichen, auszubessern, putzen, verschönern. also auch eine kunst. und mit jeder getätigten arbeit rückt die griechische inselwelt etwas näher... die 12 km arbeitsweg mit dem rad - doxa to theo hats nur wenig steigung - ersetzen mein aikidotraining, das ich mittlerweilen doch etwas vermisse. kürzlich war die fahrt derart herrlich, dass ich wünschte, sie würde noch lange nicht enden: kein verkehr, milde temperaturen, herrlichste abendstimmung - und ein wind so stark, dass ich gar nicht zu treten brauchte, sondern vielmehr nach hause gestossen und geweht wurde - tolle erfahrung! und ein bisschen wie im aikido - da fliegt man zeitweise auch mühelos durch die luft. jaja, arbeit, egal um welche es sich handelt, MUSS freude machen - aber das sagte ich ja schon.





ich wünsche euch allen einen herrlichen frühling - frohe ostern dann - und viel freude - immer!

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Samstag, 17. März 2012

der esel ist fast ganz gegessen





markttag: 12-euro-einkauf


sonntagskaffee mit aussicht aber ohne keks 3.--euro. 250g griechische butter 3.15 euro. 5dl retsina 1.17 euro. 1 liter milch 3% fett 1.18 euro. 4 bio-eier 2.98 euro. 3,3dl alkoholfreies bier in der glasflasche 89 cents. 1 pic kugelschreiber schwarz oder blau 25 cents. 1 tafel griechische schokolade 1.30 euro. 20kg-sack trocken-katzenfutter 20.--euro. das kilo kichererbsen 2.40 euro. knorr's hühnerboullion 2.06 euro. 1 nivea haarspray 4.74 euro. 1 kg schafsjoghurt im steingut 3.89 euro. 100 liter heizöl 100.--euro (stand 3. januar 2012). 1 traum-schaumbad "honig und milch" 1.99 euro. 1 fahrradschloss 3.70 euro. 1 kilo griechisches weissbrot 1.60 euro. 250g salzmandeln 2.49 euro. 10 beutel lindenblütentee 88 cents. 10 beutel kamillentee 62 cents. 6 1 1/2 liter wasser in petflaschen 1.20 euro. 1 heisse schokolade 3.-- euro. zwei zähne ziehen lassen 80.-- euro. naht bei schuhen nähen lassen 2.-- euro. 1kg zucker 1.10 euro.  1 kg bananen vom supermarkt 1.43 euro. einfache busfahrt ins nächste dorf 1.60 euro. abendessen bei staikos: bergtee mit honig 2.-- euro, eine portion pommes 3.-- euro, 1 teller jigantes (grosse bohnen) 5.50 euro. 1 stück schokoladenkuchen 2.--euro. 15 blatt papier A4 1.50 euro. no-stress-bio-tee 2.50 euro.



 den gab es umsonst - 
gefischt von meinen katzen 
und von der sonne getrocknet



und dann lernte ich ein deutsches skipper-paar kennen, an einem markttag beim kaffee. ob ich auch boote bemale... noch so gerne, klar! - aber davon mehr ein anderes mal. denn, endlich, endlich ist es soweit - wir haben den esel (den winter) gegessen. das bisschen schwanz das noch übrig ist, nehmen wir heute - und gleich anschliessend einen taucher ins kühle blau. immerhin hat es schon 18 grad!




nein, der wurde nicht gegessen - ist ja auch kein esel...
aber auch er scheint dem frühling entgegen zu schauen -
 ob er wohl eine neue frisur bekommt?





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Mittwoch, 29. Februar 2012

ke akoma ena kalo mina - und noch ein guter monat







faschingssonntag


am vergangenen sonntag war faschingsumzug. andere jahre war er fülliger, grösser, liess ich mir sagen. dieses jahr wars wirklich nur eine sehr kleine gruppe von kindern mit ihren eltern. dafür war die musik so laut, dass man sich die empfindsamen nordeuropäischen ohren gerne zu hielt. die konfetti flog wie bei einem grossen stadtumzug. und jetzt sind wir bereits in der fastenzeit - die griechische osterfeier wird dieses jahr eine woche nach der unsrigen sein, also am 15. april.






schönes griechenland


ja, und sonst weiss ich im moment nichts zu erzählen. ich fotografiere, schreibe, lese, zeichne. natürlich wird immer noch und immer wieder viel diskutiert über frau merkel, die griechische regierung, europa - und auch ratlos geschwiegen. man muss schon sehr genau hinsehen - auf alle seiten, und selbst das ist keine garantie dafür, dass man klar sieht was sich hier und in europa abspielt. ich weiss auch nicht genau, wie die hiesige situation in den medien in der schweiz oder resteuropa  besprochen wird. ob von den friedlichen demonstrationen in athen auch die rede war oder nur von den feuerlegern und krawallen. auf jeden fall: die sparerei geht an die psyche, nicht nur ans portemonnaie. wer von uns würde denn für kanppe 400.-- oder 500.--euro im monat (100% wohlverstanden) arbeiten und dann auch noch motiviert, wenn das geld am ende doch nicht reicht zum leben? es sind sich hier alle einig, dass verschiedenes aufgeräumt werden muss, nur, das meine ich dazu, wenn schon aufräumen dann auf allen etagen und bei allen beteiligten. alte spar- und schuld-konzepte zu wiederholen zeugt nicht von sehr viel kreativität, kooperation und dem willen eine starke gemeinschaft zu werden. mich wundert einfach, dass die politiker das nicht wissen, resp. nicht wissen wollen. selbstverständlich ist die griechische regierung damit auch gemeint. immerhin haben sie jetzt, auch wenn's es bizeli lange gedauert hat, einige schweizer konten von reichen griechen sprerren lassen, die aller wahrscheinlichkeit nach ihre steuern in griechenland nicht bezahlt haben. auf jeden fall haben das die medien verlauten lassen...






schönes griechenland

erfreulicherweise vernimmt man, wenn man gut hinhört, auch unterstützende stimmen: man muss die wirtschaft in griechenland fördern. ich kann alle welt nur ermutigen und einladen zu kommen und die schönheit dieses landes, die gastfreundlichkeit der menschen und die köstlichkeiten einer griechischen taverne oder einer zacharoplastio (was ein konditoreigeschäft ist) zu geniessen. einen frischgepressten orangensaft in einem café am hafen zu trinken - man stelle sich vor: richtige, schmackhafte, süsse orangen trinken! - und sich anschliessend in den düften der aufblühenden natur zu baden. sich anhand der überreste grosser tempel verzaubern und in eine längst vergangene zeit entführen zu lassen... wieder einmal ein bisschen vor sich hin zu träumen... ganz zu schweigen vom eintauchen in das legendäre licht und die farben, den geschmack des meeres... sich mit den klängen griechischer musik von seiner sehnsucht wegtragen zu lassen... und ab und zu über das improvisationstalent der griechen zu staunen. zeit haben - zeit vergessen. ja. kommt - kommt nach griechenland!




schönes griechenland


zu guter letzt: beim postamt im dorf hats vor kurzer zeit eine neue briefmarke gegeben. ich finde sie fantastisch und sehe es so: der junge weibliche aspekt und der junge männliche aspekt pflanzen zusammen einen baum. d.h. sie pflanzen neue lebenskraft, kreieren neuen lebensraum, zukunft. gerade die kleinen dinge und schritte verdienen es, gesehen und ernst genommen zu werden - denn das gibt ihnen die nötige kraft sich zu entfalten, zu wachsen und gross zu werden. wir sehen das bei den kindern. in diesem sinne wünsche ich euch allen: einen guten monat märz!




alte und neue briefmarke








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Mittwoch, 1. Februar 2012

kalo mina







wunder über wunder.




in griechenland ist es üblich, dass man sich zu anfang des monats einen guten monat wünscht. für diese erste woche februar ist eine kältefront (sibirien) angekündigt - und mit dem jahresauftakt sind auch sämtliche neue steueraufforderungen in die griechischen häuser gekommen - und keiner weiss, wohin die gelder fliessen. wer nicht bezahlt, dem wird erst der strom und dann das wasser zugedreht. ich weiss von familien, die das auswandern in erwägung ziehen, weil sie in griechenland keine zukunft für ihre kinder sehen, und von solchen, die schon gegangen sind, weil sie hier keine oder zuwenig arbeit haben. das durschnittseinkommen beläuft sich auf ca. 600.-- euro im monat. die lebenskosten sind hoch. und in athen, das weiss man und hats auch gesehen, gibt es kinder, die zu wenig zu essen haben. 

über die grenzen von griechenland rund um den globus geschaut: alte systeme brechen zusammen, neue sind noch nicht erprobt - in unserer kleinen welt, sowie in der grossen. die einen nennen es krise oder weltuntergang, andere umbruch und wieder andere aufbruch in ein neues bewusstsein.

ein wunsch aus der tiefe des herzens vermag manches zu wandeln. 
in diesem sinne wünsche ich euch allen herzlichst:  
kalo mina - guten monat!









es ist ein wunder,
dass das wasser 
nicht 
aus dem meer fällt

©grüner atem






wer einen kleinen beitrag leisten und täglich 3 minuten seiner/ihrer kostbaren zeit der welt schenken möchte: 
www.dergoldenefaden.info 





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Mittwoch, 25. Januar 2012

don't worry







blick in den himmel



orea-mavra - immer noch schüchtern



orea-matia - nicht mehr ganz so schüchtern



man hat es in den nachrichten gehört, in den zeitungen gelesen - nordgriechenland -26 grad. das haben mir meine freunde aus der schweiz mitgeteilt... ich habe nichts gelesen, aber himmelherrgott... es fühlt sich wohl so an! gut, vielleicht übertreibe ich ein bisschen. das gehört zur griechischen art, denn für mancherlei gibt es einfach keinen passenderen ausdruck, als dass man noch etwas oben drauf gibt. und ganz so übertrieben ist es am ende doch nicht, sind in der gegend doch tatsächlich zitronen- und orangenernten wegen dem frost kaputt gegangen... auch das noch, ja. nun, für mich ist gesorgt. auch wenn es sich als schwierig erweist, das haus warm zu halten, so geniesse ich immerhin den luxus einer badewanne UND heissem wasser. und für die kalten nächte: PET-sei dank! (siehe mein beitrag "sto kalo na pas" abschnitt 1) auch die katzen haben bis anhin überlebt. nur die schildkröten machen mir sorgen. sie haben nichts, worin sie sich vergraben könnten. ich recherchierte auf google, ich fragte alle menschen die ich kannte. die idee meines bruders auf die frage was tun: "...vielleicht suppe?" war nicht hilfreich. ich zerbrach mir den kopf. schliesslich kam ich auf die idee schilf zu sammeln und die umgebung wo sie sich niedergelassen hatten zu isolieren. gedacht - getan. fühlte sich gut an. nur den schildkröten schien das nicht zu gefallen... sie suchten das weite.
doxa to theo ist es wieder etwas milder geworden - ich meine, etwas über null grad... und als wenn die tiere meine innere not gespürt hätten, zeigten sich daraufhin alle drei in der mittags-sonnen-wärme.





1 schildkröte und der immer hungrige tiger






manche meinen, meine auszeit sei ferien: sonne, meer, sorglosigkeit, schön. ich meine das nicht. dh. schön schon, nur von natur aus bin ich ein sehr arbeitssamer mensch. mit der mutter aus dem kohlenpott deutschlands (ruhrgebiet) und dem vater aus gutem katholischen schweizerhause, habe ich zudem eine solide, gewissenhafte arbeitsauffassung mit in mein leben bekommen. hier in griechenland komme ich nun in den genuss, eine neue art des arbeitens zu erfahren. ich war ausserordentlicherweise, das heisst, zum ersten mal in drei wochen, zum morgenkaffee bei staikos - im winter sitzt man in einem plastikzelt, gut beheizt mit sicht zur strasse und zum hafen - also sozusagen draussen aber doch geschützt - zu einem elliniko diplo metrio - einen griechischen doppelten mittelsüssen. ich sinnierte, skizzierte, notierte einige sätze für den nächsten blog und beobachtete die betagten herren, die mit ihrem kaffee-frappé oder ihrem elliniko (dem kleinen) sassen, rauchten oder auch nicht, plauderten oder vor sich hinschwiegen. es war markttag und so nach und nach kamen die leute, bepackt mit ihren einkäufen zu einem kaffee oder dergleichen. ich hatte schon bezahlt. aber ES wollte noch nicht gehen. ich fühlte mich bereits etwas unter druck, weil, ich sass ja schon so lange und das atelier wartete... eben. aber gut, ich blieb sitzen und liess mich von der sonne siga siga, langsam langsam, aufkochen. ja, tagsüber, an geschütztem ort, (hinter plastik) wenn sonne, dann wunderbar! zwei deutsche ladies setzten sich zu mir an den tisch. wir kamen ins gespräch. nein, sie wären sonst nie hier - nur heute. die eine dame wollte verreisen, konnte aber nicht, wegen hunden und haus... ja, ja, ich habe zeit, ich bin frei!
arbeit ist am effizientesten, erfolgreichsten und am schönsten, wenn sie mühelos ist, begeistert* und rundum freude bereitet (man stelle sich nur vor, was DAS für ein weltbild gibt!). zur richtigen zeit, am richtigen ort, mit den richtigen leuten zum beispiel. diese art lässt sich überall in der welt kultivieren. wenn man möchte. auch, wenn frau merkel anderer meinung ist.





kaffeezelt - von der abendsonne beschienen







*man höre dazu auch die radiosendung "perspektiven" von sonntag 22. januar 2012 auf radio DRS2


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Mittwoch, 11. Januar 2012

von der kuschelparea und meinen helden





auf wieder!-sehen



ich bekam das angebot eines freundes während seiner abwesenheit seine 3 schildkröten und die ca 6 katzen zu hüten, in einem dorf am meer auf dem festland. ich staunte, denn ES wollte auch - also packte ich den koffer und bestieg das schiff. die parea, sowie die insel, verabschiedete ich mit der betonung auf "wieder! - sehen".






neue aussichten


das leben auf dem festland ist anders. die leute auf der insel, vor allem auf einer kleinen wie patmos, müssen in der einen oder anderen art miteinander kooperieren, auch wenn sie keine dicken freunde sind. auf dem festland ist man nicht in gleicher weise aufeinander angewiesen. man kann besser ausweichen. aber es ist nicht nur der andere schlag mensch. die schwere und sorge über die zukunft ist hier bereits in die gesichter der menschen geschrieben. einigen geht es schon sehr schlecht - dabei, so wird gesagt und vermutet, soll das erst der anfang sein.






tiger

wie auch immer. die neue parea ist vierbeinig, fünf (harter kern), sechs oder mehr an der zahl, flauschig und schnurrend. die drei schildkröten sehe ich fast nie. mir ist auch nicht aufgefallen, dass sie merklich am salat fressen, den ich ihnen täglich hinlege. aber die katzen sind wunderbar. da hats den aufpasser, mit einem strengen blick, die brauen etwas in die augen gezogen, allzeit bereit fremdlinge fortzufauchen oder -jagen. dabei pfötelt er bei mir ganz sanft und ist selbst sehr streichelbedürftig. dann gibts den miauenden tiger. sehr zahm und freundlich. die alte schwarz-weiss katze, dame oder herr, die immer mit den vorderpfoten in den fressnapf steht. ganz klar, wer zuerst bekommt - die andern respektieren sie, ohne dass sie etwas zu tun braucht. weiter gibts den orea-matia - schöne augen - ein schlanker, etwas scheuer schöner, der gurrende laute von sich gibt wie ein junges täubchen. und orea-mavra - schöne schwarze - die noch junge, aber stolze katze. heute morgen zum beispiel: aufpasser wollte sie verjagen und hat ihr seine vorderpfote verpasst. und sie? stellt sie sich mit gerade erhobenem schwanz vor ihn hin und erzählt ihm etwas in einer derart lieblichen tonlage, was mein herz schmelzen und aufpasser ducken lässt... war beeindruckend. dann gibt es noch die anderen, über die es weiter nichts zu sagen gibt, ausser, dass sie mal zum fressen kommen und mal nicht.




orea-matia







3-königstags-wetter


inzwischen sind wir schon mitten im januar und der drei-königstag - auch theophani genannt, ist bereits erinnerung. ich habe ihn zum ersten mal in griechenland erlebt. der tag an dem das wasser geweiht wir, an dem die jungen männer bevor sie ins militär gehen ins meer springen und um das holzkreuz und die ikone tauchen. heuer wars ziemlich kalt. was den jungen männern selbstverständlich nicht anzumerken war. schliesslich hatten sie schon die ganze nacht durchgezecht und gesungen - von einer taverne zur nächsten, free drinks all night. also standen sie auf den booten im hafen mit nackten oberkörpern, immer noch oder schon wieder singend und warteten darauf - das boot schaukeln machend, dass der bischof das holzkreuz und die ikone ins wasser warf. vorab wurde eine weisse taube in die lüfte geworfen. wobei... diesmal machte sie einen sturzflug und ertrank... aber die ikone und das kreuz wurden gefasst und an land gebracht. den sieger erwartet ein jahr voller glück - wie genau das gemeint ist bleibt mir ein rätsel.




vor dem sprung ins meer


nach der zeremonie



und ja, mit dem wahren charakter eines ortes kommt man erst richtig in kontakt, wenn man auf hilfe angewiesen ist. das ist überall so. nach einer woche festland-dorf-leben kam ich also in den genuss der gentleman-seite einiger dorfmänner. ich bin nämlich in der glücklichen lage ein fahrrad benutzen zu dürfen. allerdings konnte ich es nicht fahrtüchtig machen. entweder pumpe oder pneu kaputt. also ging ich in eines der zwei fahrradgeschäfte. war zu. der besitzer sei krank, hätte etwas mit dem herzen, wurde mir später gesagt. also ging ich zum anderen. mein freund hatte mir den ort beschrieben, aber ich fand das geschäft nicht. "ja, das war hier mal, hat vor zwei wochen zu gemacht," sagte der mann der mit den umbauten in einem leeren raum beschäftigt war. ich kam ins gespräch mit einem passanten - wohin denn nun mit meinem fahrrad. "weiss nicht, musst halt ins nächste dorf, 12 km von hier..." mit der zeit standen plötzlich 4 männer um mich herum. sie redeten ein bisschen sehr schnell, ich verstand nicht alles. zwei von ihnen winkten mich zu einem lieferwagen und siehe da, eine maschinelle pumpe... nach 10 minuten waren meine reifen schön prall und ich glücklich. ach! mögen sie lange-lange-und-noch-länger leben, meine griechischen helden!



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